(Bild-Quelle: Uni Frankfurt)

Fukushima ist alles andere als ein erledigtes Thema, auch wenn es in den Medien ein wenig untergeht. Es ist immernoch nicht klar, in welchem Umfang das Innere der Kraftwerke und insbesondere die Brennstaebe in den vier Abklingbecken zerstoert wurden. Unglaublich! Eine wahre Hilfslosigkeit macht sich breit: Derzeit ist das Japanische Militaer dazu gezwungen Schulhoefe umzugraben, damit der nukleare Dreck unter der obersten Erdschicht verschwindet. Erinnert ein wenig an “unter den Teppich kehren”. Was aber wenn eins der Kids anfaengt eine Burg zu bauen?

Ich frage mich wie man eigentlich noch ernsthaft auf die Atomkraft setzen kann und vor allem: wie kann man als Buerger so kurzsichtig sein, die Energiekonzerne darin zu unterstuetzen sich auf Kosten der Lebensqualitaet anderer zu bereichern. Tschernobyl, Fukushima, Castor-Transporte und ganz zu schweigen vom Endlager-Problem fuer die naechsten EINE MILLION Jahre… Rechtfertigt das wirklich den billigen Strom, der uns ja dennoch viel zu teuer verkauft wird? Ist es nicht sinnvoller unsere Foerderung auf die Forschung zu fokusieren (oder zumindest in die Unterstuetzung derjenigen die aktiv daran arbeiten), Alternativen zu finden, die uns nicht den kostbaren Boden unter den Fuessen abgraben?

Der Planet wird verhaeltnismaessig klein fuer die Menge an Menschen, die sich auf ihm entfalten wollen. Wollen wir wirklich mit Ellenbogen fuer unser Dasein gegeneinander kaempfen (mehr als wir ohnehin schon bereit sind)? Verteidigen wir da nicht die falschen Menschen mit ihren egozentrischen Zielen, sich selbst nur ein gemuetliches Leben auf Kosten anderer zu verschaffen?

Und wenn nun Energie zwischenzeitlich teurer wird – ich hoere dieses Argument andauernd – na und? Ist das nicht endlich mal ein Grund das Leben im Ueberfluss aus roemischen Zeiten der Orgien und Exzesse endlich ein wenig zurueckzufahren und uns den zur Verfuegung stehenden Resourcen angemessen zu verhalten? Warum muss es eigentlich ein kontinuierliches Wachstum geben? Das konnte mir selbst unter den mir bekannten “Wirtschaftsexperten” keiner erklaeren. Wieso glaubt man also in diesem Punkt blind dem Axiom der BWLer und VWLer, ohne mal zu hinterfragen: Warum sollte es das eigentlich, wenn doch die zur Verfuegung stehenden Resourcen begrenzt sind? Ich erinnere an meinen Post ueber exponentielles Wachstum – eine simple und logisch sehr leicht nachvollziehbare Tatsache: Wachstum ist begrenzt und auf Dauer schlicht nicht moeglich!

Dazu noch das Endlager-Problem. Die Schulhoefe in Japan haben also nun eine beangstigende Schicht nuklearen Fallouts unter dem Sandkasten. Heute kann man vielleicht den Kindern noch verbieten dort zu graben. Aber was ist mit dem Muell der noch mehr als eine Million Jahre lang strahlt. Wir koennen nichtmal die nur wenige tausend Jahre alten Kulturen der Aegypter oder Inka entschluesseln (geschweige denn ihre Texte lesen). Wie wollen wir den Menschen in einer Million Jahre klar machen, an welchen Stellen Sie bloss nicht graben sollten?

Wer garantiert eigentlich, dass an genau der Stelle der Lagerung in den naechsten Jahrmillionen keine Erdbeben, Vulkanausbrueche oder Ueberschwemmungen stattfinden, welche die Behaelter mit dem nuklearen Abfall ernsthaft beschaedigen koennen. Muessen wir das Lager nicht vielleicht sowieso regelmaessig erneuern? Traegt fuer die Kosten die Energiebranche die Verantwortung? Sicher nicht! Denn dann haetten sie diese sicher auf die Kunden abgewaelzt und das Kilowatt waere schlichtweg unbezahlbar (wenn man die Kosten der naechsten paar hunderttausend Jahre hochrechnet). Nein, am Ende zahlen wir fuer unseren Strom noch das zig-fache drauf. Denn irgendwann wird es darum gehen, wer fuer die Finanzierung der Lager aufkommt (und am Ende wird es der Staat und damit der Steuerzahler sein) .

Vor nur 23 Millionen Jahren war der Ort wo ich geboren wurde noch auf dem Grund eines Ozeans.

Wir haben die Technologien und die Resourcen um alternative Energien zu erzeugen und sinnvoll zu nutzen. Und damit meine ich bestimmt nicht den von Roesler jetzt angekuendigten Rueckschritt in Deutschland wieder neue Kohlekraftwerke zu bauen. Immer wieder und wieder hoere ich die Leute aufschreien, was die “Alternativen” wieder an Geld kosten. Aber ist Geld nicht ein von Menschen erschaffenes Instrument? Muss man wirklich diesem Regelwerk folgen, auch wenn jeder ueberzeugt ist, dass es uns eigentlich daran hindert, gute Alternativen zu erschaffen? Ist es dann nicht mal an der Zeit den Sinn von Geld zu hinterfragen, wenn es uns als Menschen und unserem Wohl im Wege steht? Kann man es dann nicht genauso wieder abschaffen, wie man es erschaffen hat oder zumindest die Regelschrauben verstellen?

Apropos Geld: zum Abschluss noch die Kroehnung: Japan scheint die Tsunami-Hilfsgelder fuer die Verteidung ihrer Walfaenger einzusetzen!

GTFO!

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